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Unterrichtskonzept Samba

Sambatrommeln
Rhythmus ist überall! Rhythmus ist Schwingung und Pulsierung. Rhythmus bestimmt unser Leben. Angefangen bei natürlichen Rhythmen wie Zellteilung, Herzrhythmen, Atmung, bis hin zu dem Rhythmus der Jahreszeiten und der Pulsierung der Unendlichkeit des Universums. Wir sind von Rhythmus umgeben! Wir sind Rhythmus! Niemand kann ohne Rhythmus existieren! Wir machen also nichts neues, wir wecken nur vorhandenes. Trommeln und Perkussionsinstrumente sind der musikalische Ausdruck vom Rhythmus!

Trommeln ist:

spannend – entspannend
laut – leise
aggressiv – sanft
konzentriert – zerstreut
schnell - langsam
filigran – bombastisch
bewegt – ruhig
ansteigend – abfallend
heiß - kalt
  mitreißend!

Trommeln und Rhythmus ist für Kinder und Erwachsene mit sehr viel Spaß, oftmals mit Euphorie verbunden. Die Möglichkeiten Kinder und Erwachsene durch Musik insbesondere durch Trommeln zu fördern, sind vielfach wissenschaftlich belegt und bekannt.
Durch Samba trommeln können z.B. die Klassengemeinschaft gestärkt werden, da alle Schüler, durch die Unterschiedlichkeit des Instrumentariums, Ihren Fähigkeiten entsprechend einbezogen und gefördert werden. Es können motorische- oder Konzentrationsprobleme gelöst oder Teamgeist geweckt werden oder man kann einfach nur Spaß haben.
Durch Bewegungsübungen könne „agressive“ motorische Auffälligkeiten abgebaut werden, und die rhythmische Wahrnehmung der Kinder elementar gefördert werden.
Als „ Abfallprodukt“ entsteht eine Gruppe, die auf (Schul-) Veranstaltungen spielen kann und dadurch das Selbstbewusstsein der einzelnen Schüler und der Gruppe/Klasse fördert und für die Institution zu einem „Aushängeschild“ werden kann.
Die Samba selbst ist ein recht komplexer Rhythmus der, soll er möglichst authentisch gespielt werden, viel Übung und rhythmisches Gefühl verlangt.
Hier geht es um einen leichten Weg um mit Hilfe der Samba zum gemeinsamen Trommeln zu gelangen.

Ziel ist es möglichst von Anfang an gemeinsam zu „Samba“ spielen!

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Nicht die perfekte Einstudierung von brasilianischen Musikstilen ist entscheidend, sondern das Erfahren des eigenen Körpers, der Gemeinschaft, der Position in der Gruppe sowie das Fühlen von Pulsierung und deren Unterteilungen, wie auch das bewusste Erleben der rhythmischen Vielschichtigkeit.
Die Schüler sollen Spaß am Rhythmus haben, so dass auch Kinder die rhythmisch nicht so begabt scheinen oder eine Behinderung haben, sich ihren Fähigkeiten entsprechend einbringen können. Gleichzeitig können geografische, wirtschaftliche, politische oder soziale Themen des Brasiliens oder Südamerikas ganz beiläufig vermittelt werden.



Sambatrommeln fördert:
· Die Zielorientierung
· Die Teamfähigkeit
· Das Sozialverhalten
· Die Konzentration
· Das Verantwortungsbewusstsein
· Die Motorik
· Die Koordination
· Die rechte/linke Gehirnhälfte
· Den gesamtem motorischen Bereich

· Die Kinder bekommen als Ziel gemeinsam zu einen Rhythmus zu trommeln. Um dem Wort gemeinsam zu entsprechen müssen also alle Kinder das Ziel sehen und erkennen. Sie werden sich dann bemühen „richtig“ zu spielen um dieser Aufgabe gerecht zu werden.
· Bei gleichen Instrumenten kommt es darauf an mit seinen Mitspielern konform zu sein und im Zusammenhang mit den anderen Instrumenten den Rhythmus korrekt zu interpretieren. Das unterstützt die Teamarbeit in der Gruppe.
· Die Schüler lernen sich innerhalb des Teams einzuordnen um dem gemeinsamen Ziel zu dienen. Das wiederum fördert die Akzeptanz von Schülern, die andere Instrumente und andere Rhythmen spielen, und beeinflusst somit das gesamte Sozialverhalten der Kinder.
· Dadurch, dass die Kinder den akustischen Reizen vieler anderer Rhythmen und Instrumente ausgesetzt sind, müssen sie Ihre Aufmerksamkeit einerseits auf das spielen der eigenen Rhythmen fokussieren, andererseits auch den Bezug zu den Mitspielern dabei nicht verlieren.
· Einigen Schülern kann man, dadurch dass sie die anderen Kinder „dirigieren“, ein höheres Maß an Verantwortung zukommen lassen und so gezielt fördern.
· Durch ausgesuchte Übungen aus dem Bereichen Trommeln und Trommeltechnik wird das Bewusstsein von Rechts und Links, sowie die Koordination von Händen und Füße besonders gefördert.
· Durch die unterschiedlichen Übungen werden die beiden Gehirnhälften besonders angeregt. Die Motorik wird durch den Umgang mit den Trommelstöcken und dem trommeln mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und unterschiedlichen Dynamiken besonders beansprucht.

Stundenaufbau.
Die Stunde beginnt immer mit dem Aufwärmen. Inhaltlich geht es darum die motorischen Abläufe zu verinnerlichen, die rechte und linke Seite wahrzunehmen bzw. ins Bewusstsein zu rücken, sowie wiederkehrende rhythmische Strukturen zu erkennen.

Im zweiten Teil geht es darum Rhythmen körperlich zu erleben, z.B. durch Bewegung im Raum oder durch gehen und klatschen (vergl. Udo Patschkowski, Das Rhythmustrainingsbuch). Es geht um das Erfahren von Zeit (Pulsation), und deren Unterteilungen (Viertel, Achtel, Sechzehntel usw.)

Im dritten Teil wollen wir mit Instrumenten zu spielen. Am Anfang steht ein rhythmisches Motiv von dem die einzelnen Instrumentenstimmen abgewandelt werden können, bis jede Instrumentengruppe einen eigenen Rhythmus spielt, der sich aber auf die anderen Stimmen und auf das Ausgangsmotiv bezieht. So können komplexe polyrhythmische Strukturen entstehen wie sie in großen Orchestern oder Sambagruppen existieren.

Durch die Dreiteilung die vielen Positionswechsel und Veränderungen entsteht für die Schüler das Gefühl von Kurzweiligkeit und die Stunde scheint immer viel zu schnell zu Ende zu sein.

Gern biete ich zu diesem Thema Workshops und Fortbildungen an.