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Unterrichtskonzept Schlagzeug

Unterrichtskonzept Schlagzeug

Der Unterricht besteht aus zwei Teilen:
Unterricht an der Snaredrum
Unterricht am Drumset
An der Snaredrum werden grundlegende Spieltechniken vermittelt. Diese stehen unbedingt immer am Anfang der Stunde als „Aufwärm“ Übungen. Dafür benötige ich etwa ein Drittel der zur Verfügung stehenden Zeit. Dann ist, wenn möglich, ein Ortswechsel (von der Snaredrum ans Drumset) nötig. Dieses Wechseln teilt die Stunde, und macht den Unterricht interessanter und kurzweiliger.
Beim Schlagzeug gehe ich den Weg vom Bekannten zum Unbekannten. Jeder der in der Lage ist bis 4 zu zählen, kann trommeln. Er ist in der Lage diese Schläge auf einer Trommel zu machen oder sie zu verteilen. Das LAUTE Zählen dient dabei als Orientierungshilfe. Es ermöglicht uns die Zuordnung am Drumset, wann etwas, auf welchem Instrument gespielt wird.

Die Unterrichtsteile im Einzelnen.

Snaredrumtraining: Snaredrum

Wir sitzen im Kreis (Gruppe) oder gegenüber (Einzelunterricht). Wir arbeiten auf unterhaltsame Weise, ganz gezielt an der Sitzposition, der Stockhaltung, der Körperhaltung und dem Bewegungsablauf. Dabei gehen wir von einem optimalen Bild aus, das aber auf jeden Schüler individuell abgewandelt wird, da jeder Mensch von den körperlichen, geistigen und zum Teil, kulturellen Einflüssen geprägt ist.
An der Snaredrum lernen die Schüler die Basisrhythmen (siehe „Das Rhythmus Trainingsbuch“) ohne Noten. Ich gebe die Rhythmen nur mittels Worte wieder und erarbeite sie über den Handsatz mit dem Schüler. Zu jedem Wort gibt es einen festgelegten Bewegungsablauf:

Hans Viertenote R = Rechts
Inge Zwei Achtelnoten R – L = Rechts- Links
Anneliese Vier Sechzehntel RLRL
Autobahn zwei Sechzehntel eine Achtel RLR-
Mülltonne eine Achtel zwei Sechzehntel R-RL
Samba - mit  Sechzehntel, Achtel, Sechzehntel RL-L



Jedes dieser Worte wird mit allen anderen kombiniert. Die Schüler erlernen das Rhythmische Spiel und den Klang einfachen Strukturen.
Hinzu kommen Übungen zum erlernen der Grundlegenden Spieltechniken (Rudiments) wie Rolls oder Paradiddles die genauso mittels Worten vermittelt werden.

Beispiel:

Mama- Pappa  RR-LL  = Long Roll 
Mama- Pappa Hans/ Pappa Mama Hans RR-LL-R/ LL-RR-L = 5 Stroke Roll
Rechts spielt Mama/Links spielt Papa RLRR-LRLL = Paradiddle

Usw.

Weitere Übungen, werden nach dem Vorbild der Schule von George Lawrenz Stone, „Stickontrol“ in Worte gefasst und den Schülern in unterschiedlichen Zusammenhängen dargeboten.
Auf diese Weise bekommt der Schüler gewissermaßen ohne es zu merken, eine gute Technik und ein Bewusstsein für die Koordination der rechten, und der linken Hand.


Gruppenunterricht am Drumset

Drumset-1

In einem Gruppenunterricht der 2- 6 Schüler umfassen kann, ist es nicht immer möglich 100% auf den einzelnen Schüler einzugehen. Durch die Gestaltung des Unterrichts, das Wechseln von Snaredrum aufs Drumset, die unterschiedliche herangehensweise bei der Erarbeitung des Stoffes wird jeder Schüler in seinen Stärken und Schwächen angesprochen und gefördert. Durch Ortswechsel und geschicktes Arbeiten mit der Gruppe wird der Unterricht recht kurzweilig und für alle ansprechend.
Zunächst sollten einige Vorraussetzungen dafür jedoch erfüllt sein.

Jeder Schüler hat ein komplettes Schlagzeug. Das erfordert auch entsprechend große Räumlichkeiten.
Auch der Lehrer hat ein eigenes Instrument.
Bei jedem Schlagzeug ist ein Kopfhöreranschluß mit Kopfhörer vorhanden, oder eine entsprechende akustische Verstärkung.
Ideal ist es wenn zudem für jeden Schüler und für den Lehrer eine zusätzliche Snaredrum mit einem Practicepad gibt.
Gehörschutz für Schüler und Lehrer.
Ideal ist eine Aufnahme- und Wiedergabe-Möglichkeit mit Video.

Gleiches gilt auch für den Einzelunterricht. Auch hier sollte wenigstens für Lehrer und Schüler jeweils ein Schlagzeug vorhanden sein.

Wie aus dem „Drumset Trainingsbuch" Band 1 klar hervorgeht, beginne ich mit dem lauten Zählen. (Kann ich Zählen, kann ich spielen). Der Schüler zählt in jedem Takt bis 4.

Beispiele:
Viertel Noten = Jede Note ist ein Schlag
Viertel Pausen = zählen aber nicht schlagen
Halbe Note = einmal schlagen einmal zählen,
Halbe Pause = zweimal zählen
Ganze Note = einmal schlagen, dreimal zählen
Ganze Pause = viermal zählen.

Das können fast alle Schüler sofort! Die Schüler verlieren die Angst vor den Noten, sie gehören einfach von Anfang an dazu.

Alles was Möglich ist auf einer Trommel zu spielen, kann ich aufs Drumset übertragen.

So erarbeitet der Schüler seine ersten Drumset-Rhythmen auf der Basis von Viertelnoten, überträgt diese dann auf ein 4-Taktiges Schema, und kann so 3 Takte Groove und einen Takt Fill In spielen. Die Fill ins werden zunächst nur auf der Snaredrum gespielt, das Notenlesen auf der Snardrum bekommt so seinen Sinn, und dann auf das ganze Set übertragen.
Als Bon Bon spiele ich mit dem Schüler dann einen einfachen Viertel-Rhythmus zur Musik (z.B. Rock`n Roll over The World von Status Quo.)

Beim weiteren Vorgehen z. B. Achtel oder Sechzehntel, ("Drumst-Trainingsbuch" Band 2) sind die rhythmischen Strukturen bereits auf der Snaredrum erarbeitet, und werden nur noch mit den Symbolen (Noten) verbunden und auf das gesamte Set übertragen. Im Grunde hat der Schüler immer das Gefühl er kann das alles schon und das ist alles gar nicht so schwer.

Mit diesem Konzept ist ein Lernerfolg bei Schülern geradezu vorprogrammiert. Jeder kann so auf seine Art und Weise Schlagzeug spielen lernen. Es wird sich immer ein Erfolgserlebnis einstellen.